Mehr als nur Massagen: die spirituelle Seite von Ayurveda

Was ist denn Ayurveda nun eigentlich?

Auch in den westlichen Industrienationen ist Ayurveda, die traditionelle indische Gesundheitslehre, weit verbreitet. In der Regel liegt der Schwerpunkt dabei aber auf rein körperlichen Aspekten. Durch eine auf ayurvedischen Prinzipien basierende Ernährung soll die allgemeine Gesundheit gestärkt und Krankheiten vorgebeugt werden, und Massage-Anwendungen dienen der Linderung bereits vorhandener Beschwerden.

Ursprünglich geht Ayurveda aber weit darüber hinaus. Als ganzheitliche Lehre versteht sie den Menschen als eine Einheit aus Körper, Seele, Geist und Verstand. Da diese sich jeweils gegenseitig beeinflussen, können in einem Bereich auftretende Probleme ein Zeichen für ein Ungleichgewicht in einem anderen Bereich sein. Deshalb richtet sich Ayurveda auch an Menschen, die keine körperlichen Erkrankungen aufweisen, sondern sich beispielsweise gerade in einer Lebenskrise befinden. Durch die Stärkung der spirituellen Seite der Persönlichkeit können die Betroffenen neue Kraft erlangen und die anstehenden Herausforderungen mit einer positiven Haltung angehen.

Verbesserung der psychischen Befindlichkeit

Ein wichtiger Bestandteil der ayurvedischen Gesundheitsregeln ist die Beschäftigung mit der individuellen Konstitution des Einzelnen. Im Ayurveda wird davon ausgegangen, dass es drei verschiedene Formen von Lebensenergie gibt, die Doshas. In jedem Menschen finden diese Doshas ein ganz eigenes Gleichgewicht, das sich von dem andererer Personen unterscheidet, erklärt der Ayurveda-Ratgeber von www.ayurvedatrends.com. Wenn dieses Gleichgewicht gestört wird, kommt es zu körperlichen, aber auch zu seelischen Beschwerden. Bereits die Beschäftigung mit der eigenen Lebensenergie und den damit zusammenhängenden Vorgängen kann aber dazu beitragen, das eigene Befinden zu verbessern, zumal ein wichtiger Faktor bei Ayurveda ist, selbst nachzuspüren, welche Dinge für einen selbst wohltuend sind. Darüber hinaus regt Ayurveda dazu an, ein Leben in Mäßigung zu führen, sodass schädliche Exzesse vermieden werden und mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge bleibt, die nicht in der materiellen Welt zu finden sind.

Persönliches Karma

In den alten ayurvedischen Schriften wird neben dem Ungleichgewicht der Doshas, das durch eine ungesunde und nicht zu dem individuellen Typ passende Lebensweise verursacht wird, eine zweite mögliche Krankheitsursache genannt: das Karma. Ursprünglich bezieht sich dieser Begriff auf die Konsequenzen, die ein Fehlverhalten in einem vorherigen Leben für das gegenwärtige Leben hat. Dabei wird davon ausgegangen, dass die heute auftretenden Beschwerden schädliche Handlungen in der Vergangenheit spiegeln. Doch auch wer nicht an Reinkarnation glaubt, kann von der Beschäftigung mit der Vergangenheit profitieren. Wem es gelingt, alte Konflikte aufzulösen, überholte Verhaltensmuster hinter sich zu lassen und Vergangenes innerlich zu verabschieden, kann seinen weiteren Lebensweg ganz neu und unbelastet gestalten.

Spirituelle Therapie

Da die klassischen ayurvedischen Behandlungsmethoden nicht wie die westliche Schulmedizin darauf angelegt sind, lediglich die auftretenden Symptome zu beseitigen, enthalten sie auch zahlreiche spirituelle Elemente. Verschiedene Zeremonien, die auf Außenstehende unverständlich wirken, und eine betont zugewandte, zeitintensive Beschäftigung mit der behandelten Person stärken deren spirituelle Seite. Durch therapeutische Gespräche werden eigenständige Erkenntnisprozesse angeregt, die es ermöglichen, eine ganz eigene, individuelle Lösung für die anstehenden Probleme zu finden und mit neuer Kraft aus ihnen hervorzugehen. Auf diese Weise kann mithilfe vorn Ayurveda das eigene Potenzial entdeckt und ausgeschöpft werden. Gleichzeitig zielen ayurvedische Rituale, die vordergründig der Reinigung des Körpers dienen, auch auf die Reinigung der Seele und des Geistes ab. Durch ein reines Bewusstsein, das sich von materiellen Dingen nicht beeinflussen lässt, soll der Mensch gemäß Ayurveda dem Göttlichen am nächsten kommen.

Kategorie: Spiritualität | von: Johanna Schröder
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